Was ist Kulturpsychologie? Anders Beraten in der Organisationsberatung.

Wie bereits in meinem 1. Beitrag angekündigt, melde ich mich heute bei Ihnen mit meinem 2. Blogbeitrag zurück. Dieses Mal geht es um das spannende Thema der Kulturpsychologie und welche Rolle sie im Rahmen der Organisationsberatung spielt.

Wo und wie zeigt sich Kultur eigentlich?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Kultur in Ihrem Unternehmen aussieht, und an welchen Stellen sich diese zeigt?

Weshalb verlaufen Meetings so wie sie verlaufen und was hat die Kommunikations- und Meetingkultur damit zu tun? Wie sieht der Umgang miteinander aus? Welche Hierarchie gibt es in Ihrem Unternehmen und wie wird sie gelebt? Kurzum, wie sieht der gelebte Alltag in Ihrem Unternehmen aus?

Doch zeigt sich die Kultur eines Unternehmens nicht nur in komplexen Situationen wie z.B. in Meetings, sondern auch in vermeintlich banalen Kaffee- oder Zigarettenpausen.

Am Beispiel des Kaffeetrinkens bzw. der „Kaffeekultur“ eines Unternehmens wird die Unternehmenskultur gut sichtbar und lässt sich wie eine Art Spiegel der „Seele“ eines Unternehmens verstehen.

Wie, wo und mit wem wird der geliebte Kaffee zu sich genommen? All dies hat Einflüsse auf den Informationsaustausch, den Erholungseffekt, die Arbeitszufriedenheit und Produktivität eines Unternehmens.

Der folgende Beitrag behandelt weniger die wissenschaftliche Theorie der Kulturpsychologie an sich, sondern wie wir in der MORITZ Consulting, diesen besonderen und effizienten psychologischen Ansatz konkret im wirtschaftlichen Kontext und in der Praxis der Beratung unserer Kunden anwenden. Das Betreiben der Kulturpsychologie, innerhalb der Organisationsentwicklung und -beratung, ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Im wirtschaftlichen Rahmen, ist dieser Ansatz bisher zumeist in der Markt- und Medienforschung zu finden.

„Culture eats strategy for breakfast“

Dieses Zitat stammt von dem US-amerikanischen Ökonom Peter Drucker. Er gilt als ein Pionier der modernen Managementlehre und als origineller und unabhängiger Denker.

Peter Drucker war u.a. Professor für Management an der New York University. Er beriet z.B. Regierungen, Behörden und verschiedenste Großunternehmen und schrieb zahlreiche Bücher, darunter auch den Managementklassiker „The Effective Executive“.

Was Peter Drucker mit seinem Zitat: „Culture eats strategy for Breakfast“ meiner Meinung nach meint, ist Folgendes:

Es ist egal, wie brillant eine Unternehmensstrategie auch ausformuliert sein mag, sobald die Kultur eines Unternehmens ihr entgegensteht, wird sie sich nicht umsetzen lassen.

Die gelebte Unternehmenskultur muss also zur jeweiligen Strategie des Unternehmens insofern passen, dass sie der Strategie unterstützend und stabilisierend zur Seite steht, um somit maßgeblich zur Erreichung der definierten Ziele beitragen kann.

Die Grundvoraussetzung dies zu leisten, ist im ersten und entscheidenden Schritt, sich der eigenen Unternehmenskultur überhaupt erst einmal bewusst zu werden. Denn der größte und ausschlaggebende Teil einer Unternehmenskultur befindet sich „unter der sichtbaren Oberfläche“, also im Unbewussten.

 

 

Die Bewusstmachung der eigenen Kultur, ist die Grundlage einer Strategie unterstützenden und stabilen Unternehmenskultur. Dies bewirkt unsere Methode der Unternehmenskulturanalyse anhand des kulturpsychologischen Ansatz.

Bewusstsein schafft Zusammenhang und Zusammenhang schafft Sinn!

In der kulturpsychologischen Wirtschaftspsychologie, wie wir sie in der MORITZ Consulting betreiben, geht es also nicht um Folklore, Museen, Goethe oder Schiller. Davon könnte ja der ein oder andere ausgehen, wenn er den Begriff Kultur hört.

Im Rahmen einer Unternehmenskulturanalyse geht es darum, Entwicklungen und Zusammenhänge im zu beratenden Unternehmen zu erkennen und zu analysieren. Denn erst der Zusammenhang schafft Sinn.

Dieser Satz prägte mich in meinem Handeln und Denken seit Beginn meines Studiums. Um das „Warum“ von Etwas verstehen zu können, braucht es also den jeweiligen Zusammenhang / Kontext in dem sich der zu untersuchende Gegenstand bzw. das Unternehmen befindet. Hierbei spielen die kulturellen Vorprägungen des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Wir schauen uns innerhalb einer Analyse der Unternehmenskultur oder Changeanalyse also nicht „nur“ das Unternehmen an sich (Zahlen, Daten, Fakten) an, sondern richten unser Augenmerk vornehmlich darauf, in welchem Kontext sich das Unternehmen bewegt. Dies bedeutet in der Praxis konkret, dass wir uns beispielsweise die Vergangenheit des Unternehmens anschauen, also die Dinge welche dem Unternehmen und seinen Akteuren, auch in herausfordernden Zeiten, Halt geben können. Auf der anderen Seite, stehen all die Dinge, welche den haltgebenden Elementen in einer Spannung gegenüberstehen, also das was neu ist, die Entwicklungen und Neuheiten. Dies können z.B. neue Standorte bzw. Filialen eines Unternehmens sein. Dabei betrachten wir in erster Linie die Alltagsphänomene.

Diese Alltagsphänomene liegen beispielsweise in der Kommunikation / im Kontakt der einzelnen Teammitglieder. Was passiert mit der Kommunikation und dem Informationsaustausch, wenn die Teams eines Unternehmens aufgrund von verschiedenen Standorten oder Filialen räumlich von einander getrennt sind? Wie findet nun dieser Kontakt statt? Unter welchen Umständen bzw. welche Einflussfaktoren spielen dabei eine Rolle und wie wirken sich diese auf den Arbeitsalltag aus?

Diese Phänomene werden von uns nicht einzeln und isoliert betrachtet, sondern auch hier wieder im Zusammenhang zueinander. Denn nur so können wir ein tiefergehendes Verständnis, für die jeweilige Kultur und das WIE in der gemeinsamen Zusammenarbeit im Unternehmen entwickeln und diese zusammen mit unserem Kunden stabilisieren, stärken und als Unterstützer der jeweiligen Strategie verwenden.

Wer neugierig geworden ist und verstehen möchte, wie wir nun genau an die unbewussten Denk- und Handlungsmuster, welche eine Unternehmenskultur maßgeblich prägen, gelangen, empfehle ich unseren Artikel zum Thema Unternehmenskultur Beispiel: Die morphologische Kulturpsychologie.

Nach einer kulturpsychologischen und morphologischen Auffassung ist der Alltag in einem Unternehmen und somit seine Kultur, nicht einfach da, vielmehr wird er in einem Entwicklungsprozess hergestellt. Wie bereits erwähnt ist Kaffeetrinken nicht gleich Kaffeetrinken! Es entwickelt sich und ist nicht einfach da. Wird die Kaffee- oder Mittagspause alleine verbracht oder wird wie bei uns in der MORITZ Consulting gemeinsam gekocht und sich ausgetauscht. Die Unternehmenskultur wird also von allen Beteiligten, vom Geschäftsführer bis zum Auszubildenden oder Werkstudenten gemeinsam „gemacht“.

Diesen Prozess des Gestaltens betrachten wir immer als Ganzes und bewegen uns innerhalb unserer Analysen in dessen Dynamik mit.

Die wirtschaftspsychologische Kulturpsychologie beschäftigt sich also mit den Phänomenen im Unternehmenskontext, welche hergestellt, sprich KULTIVIERT, worden sind. Diese Vorgehensweise gibt der KULTURpsychologie auch ihren Namen. Aus dieser Herangehensweise ergeben sich Fragen wie zum Beispiel, „Wie und von wem wurde es geprägt bzw. hergestellt?“, welchen wir, für ein tiefergehendes Verständnis der vorherrschenden Unternehmenskultur auf den Grund gehen.

Nun könnte man sich als beratender Psychologe, welcher den Auftrag hat, die Unternehmenskultur seines Kunden zu untersuchen, auch „einfach“ in das Unternehmen begeben und die Mitarbeiter beobachten. Noch „einfacher“: Man verteilt Fragebögen und lässt diesen von den Mitarbeitern ankreuzen.

Doch stellt sich hierbei die Frage: Wie gehaltvoll bzw. aussagekräftig sind diese Vorgehensweisen? Was steckt hinter einer angekreuzten 4 auf einer Skala von 0-10 auf die Frage, wie zufrieden der jeweilige Mitarbeiter in dem Unternehmen ist. Was sagt das genau aus? Und welche Rolle spielt hierbei die vorherrschende Unternehmenskultur? Vielleicht hat der befragte Mitarbeiter auch nur einen schlechten Tag, weil bei seinem Stammbäcker am Morgen die Lieblingsbrötchen ausverkauft waren?!   

Wir in der MORITZ Consulting gehen da, wie Sie sich wahrscheinlich schon denken können, ein wenig anders heran.

Was das morphologische Tiefeninterview damit zu tun hat, beantworte ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag.

Mit besten Grüßen,
Ihr Werkstudent Moritz

MORITZ HENNE
MORITZ HENNE

Werkstudent Wirtschaftspsychologie

„Umwege erweitern die Ortskenntnis.“
Kurt Tucholsky

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