Erfolgreiche Führung: Die 7 wichtigsten Führungskompetenzen

Oftmals befinden sich Führungskräfte in einem Hamsterrad aus dem sie schlichtweg keinen Ausweg sehen. Auf der einen Seite wollen sie den Anforderungen und Erwartungen, die in der heutigen Arbeits- und Geschäftswelt von Seiten der Eigentümer, Kunden und Mitarbeitenden, an sie gestellt werden, entsprechen und diese erfüllen. Gleichzeitig sehen sie sich vor nie dagewesene Herausforderungen (Pandemie, Fach- und Führungskräftemangel, Digitalisierung, …) gestellt, die ihre ganze Aufmerksamkeit erfordern. Das führt dazu, dass ein Großteil der Führungskräfte sich schlichtweg überfordert und / oder nicht geeignet sieht seine Funktion auszufüllen. 

In diesem Beitrag gehen wir darauf ein was effektive Führung ist und welche Kompetenzen sie als Führungskraft im digitalen Zeitalter benötigen.

Effektive Führung: Wunschdenken oder Realität?

Es muss etwas geben, wofür „diese Organisation steht”,

sonst kommt es zu Desorganisation, Desorientierung und Paralyse.

 

– Peter Drucker –

 

Kennen Sie Peter Drucker oder haben schon mal von ihm gehört? Nein? Macht nichts. Wir werden Sie im Folgenden etwas teil haben lassen an seinen Ansichten – vor allem auf seine Perspektiven im Hinblick auf effektive Führung.

Peter Drucker ist einer der ersten Verfechter des stärkenorientierten Ansatzes die persönlichen Stärken eines jeden Einzelnen bestmöglich für den Erfolg des gesamten Unternehmen einzusetzen. Eine entscheidende Rolle in seinem Ansatz nehmen vor allem die Themen Selbstmanagement und Zeitmanagement als auch Entscheidungsfindung ein.

Jede Führungskraft hat das Bestreben sich, seine Arbeitsumgebung und die in seinem Verantwortungsbereich eingesetzten Mitarbeitenden so effektiv wie möglich zu machen. Hat eine Führungskraft dieses Bestreben nicht, ist sie keine Führungskraft!

Damit Sie als Führungskraft nun wirkungsvoll werden bzw. dafür sorgen, dass in ihrem Verantwortungsbereich effektiv gearbeitet wird, gibt es NICHT die eine goldene Regel. Vielmehr stellt Drucker 8 Tugenden heraus, die Führungskräfte effektiv macht:

  • Sie fragten sich: „Was muss getan werden?”
  • Sie fragten sich: „Was ist richtig für das Unternehmen?”
  • Sie entwickelten Aktionspläne.
  • Sie übernahmen Verantwortung für ihre Entscheidungen.
  • Sie übernahmen Verantwortung für ihre Kommunikation.
  • Sie konzentrierten sich auf Chancen und nicht auf Probleme.
  • Sie sorgten für produktive Besprechungen.
  • Sie dachten und sagten nicht „ich” sondern „, wir”.

 

Was sind wichtige Führungskompetenzen?

Diese Tugenden können nicht einfach erlernt und / oder im Rahmen eines Trainings vermittelt werden. Sie spiegeln vielmehr die Einstellung und Haltung der jeweiligen Führungskraft wider. Dieses sogenannte Mindset ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Führung als Vorbild angesehen werden kann bei der Bewältigung alltäglicher Führungsaufgaben. Denn Sie kennen ihn doch wahrscheinlich auch, den einen Chef, der immer nur davon gesprochen hat, wie man sich zu verhalten hat und was erwünscht ist und sich selbst nicht daran gehalten hat.

Wie in der Einleitung erwähnt sieht sich moderne Führung unterschiedlichsten Herausforderungen gestellt. Im Rahmen der digitalen Transformation in Unternehmen ändern sich gesamte Geschäftsmodelle und mit Ihnen die unternehmensinternen Rahmenbedingungen. Das Ganze zu bewältigen und steuern ist ein Drahtseilakt.

Aus unserer Sicht gibt es nicht DIE eine wichtige Führungskompetenz, die Ihnen dabei helfen wird Ihre Mitarbeitenden zufriedener oder effektiver zu machen oder aber für produktive Arbeitsbedingungen zu sorgen. Ein Merkmal effektiver Führung ist unserer Meinung nach ein gesunder Mix aus unterschiedlichen Kompetenzen, um somit bessere Führung gewährleisten zu können.

  • Sozialkompetenz: In einer Position mit Führungsverantwortung steht neben den strategischen Zielen immer der Faktor Mensch im Fokus ihrer Entscheidungen und Handlungen. Aus diesem Grund benötigen Führungskräfte eine hohes Maß an emotionaler Intelligenz gepaart mit einem wirklichen Interesse am Menschen selbst.

 

  • Kommunikationsfähigkeit: Hiermit ist die Fähigkeit zum Wissenstransfer und Austausch von Informationen gemeint. Erfolgreiche Kommunikation kann nur auf Augenhöhe gelingen und erfolgen. Aus diesem Grund müssen Führungskräfte auch immer Experten auf dem Gebiet der Kommunikation sein.

 

  • Konzeptionelle Fähigkeit: Diese Fähigkeit beschreibt das strategische, zielführende Denken unter Berücksichtigung evtl. Folgen bzw. im Hinblick auf die strategische Ausrichtung. Oftmals wird diese Fähigkeit auch als unternehmerisches Denken bezeichnet, was aus unserer Sicht irreführend ist. Passender ist unserer Meinung nach im Sinne des Unternehmens zu handeln.

 

  • Methodenkompetenz: Hier geht es um konkrete Fähigkeiten zur Umsetzung der Ziele und Strategien. Die Methoden sind das alltägliche Handwerkszeug einer Führungskraft, um die Menschen dazu zu befähigen die Ihnen übergebenen Aufgaben zu erfüllen.

 

  • Entscheidungskompetenz (Problemlösekompetenz): Mit die wichtigste Aufgabe von Führung ist es Entscheidungen herbeizuführen und diese zu treffen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass Führungskräfte dementsprechend ihren Verantwortungs- und Entscheidungsrahmen kennen und über die entsprechenden Befugnisse verfügen.

 

  • Reflexionskompetenz & Resonanzkompetenz: Wie bereits beschrieben zeichnet sich gute Führung auch dadurch aus, dass sie ein gewisses Maß an emotionaler Intelligenz vorweisen kann. Hierzu gehören die Fähigkeit sich und sein eigenes Handeln und Verhalten kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren sowie die Fähigkeit einen sinnvollen Rahmen zu setzen, damit Arbeit zielgerichtet erfolgen kann.

 

  • Selbstwirksamkeit: Diesem Begriff wird derzeit in Führungsebenen kaum Beachtung geschenkt. Vielmehr wird von Effizienz und Zeit- und Selbstmanagement gesprochen. Das Konzept der Selbstwirksamkeit ist aus unserer Sicht für Führung so wichtig und entscheidend, da es eine kraftvolle Komponente in den Fokus rückt: die eigene Wirksamkeit. Hierdurch wird deutlich, dass es nicht darum geht sich selbst bis zum allerletzten Detail selbst zu optimieren, sondern in seiner Kraft zu agieren und somit für folgenreiche Ergebnisse zu sorgen. Die Verantwortung hierfür liegt bei einem jeden selbst.

 

Wenn Sie uns fragen wird es im digitalen Zeitalter vor allem auf die beiden letzten Führungskompetenzen ankommen, damit Führung seiner Aufgabe gerecht werden kann.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir eine Kompetenz nicht genannt haben und zwar die fachliche Kompetenz (Fachwissen, Branchenkenntnis, Berufserfahrung). Sie taucht aus dem Grund nicht auf, da es sich hierbei um die EINZIGE Kompetenz handelt, die Sie als Führungskraft NICHT benötigen, um Ihrer Verantwortung und Ihren Aufgaben gerecht zu werden.

 

Die Führungskraft im Spannungsfeld der agilen und digitalen Arbeitswelt

Eine effektive und erfolgreiche Führung versetzt Menschen in Bewegung und begleitet diese bei der Bewältigung und Erfüllung ihrer Aufgaben.

Hierbei wird vermehrt auf drei typische Rollen von Führung im agilen und digitalen Zeitalter verwiesen:

  • Leadership: Das ist der Anteil von Führung, der ein klares Bild (Zweck, Vision, Mission) aufzeigt. Aus diesem Zweck, der Vision oder Mission werden in der Folge die strategischen Ziele abgeleitet und somit die strategische Ausrichtung festgelegt. In einem modernen Führungsverständnis bedeutet das auch, dass dieses Bild sich stets und ständig den Gegebenheiten, Anforderungen und Erwartungen aller Interessensparteien (Kunden, Mitarbeitender, Eigentümer, Umwelt) anpassen muss. Nach der Strategie ist vor der Strategie.

 

  • Management: Die Hauptaufgabe dieses Bereichs von Führung ist eine Struktur im Unternehmen zu schaffen, damit die strategischen Ziele erreicht werden können. Es geht somit darum sinnvolle Prozesse und Abläufe entstehen zu lassen, welche die Strategie unterstützen. Ebenso geht es darum die Taktik und die Meilensteine täglich zu prüfen und zu hinterfragen.

 

  • Coaching: Dieser Bereich von Führung ist der in dem die Sozialkompetenz am meisten gefordert wird. Die Hauptaufgabe besteht hierin dafür zu sorgen, dass sich die einzelnen Mitarbeiter sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln, lernen und ihr volles Potenzial ausschöpfen können – zum Wohle des Unternehmens.

 

Selbst an dieser letzten Aufzählung sehen Sie wie komplex und anspruchsvoll das Aufgabenfeld von Führung und somit die Anforderungen an eine Führungskraft sind. Zum Abschluss dieses Beitrages möchten wir Ihnen noch ein Bild mit auf den Weg geben, welches Führungskräfte – in dem Spannungsfeld in dem sie sich in der agilen und digitalen Arbeitswelt bewegen – gut zusammenfasst.

Führungskräfte sind Jongleure, die Veränderungen mitgestalten und stets und ständig in Bewegung bleiben (müssen). Vor allem im Hinblick auf den digitalen Wandel wird Führung und den Führungskräften ein besonderes (enormes) Geschick abverlangt: das große Ganze im Blick behalten, flexibel agieren, Spannungsfelder ausbalancieren und nicht aufgeben, wenn etwas aus den Händen gleitet.

 

Effektive Führungskräfte hetzen sich nicht.

Sie setzen sich ein entspanntes Tempo, aber bleiben die ganze Zeit am Ball.

 

– Peter Drucker –

 

BELIEBTE FRAGEN ZUM THEMA (FAQ):

Was heißt Führung?

Führung bedeutet Menschen in Bewegung zu versetzen. Die Hauptaufgabe von Führungskräften ist es Entscheidungen zu treffen und somit dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten nach ihren Stärken so eingesetzt werden können, dass sie einen sinnvollen Beitrag für die Organisation und deren Ziele leisten kann.

Was gehört alles zur Führung?

Menschen, die Führungsaufgaben übernehmen müssen Antworten zu verschiedensten Frage- / Problemstellungen in den folgenden Bereichen finden:

  • Zukunft
  • Gegenwart
  • Märkte & Umwelt
  • Ressourcen
  • Organisation (Abläufe & Prozesse)
  • Personal

Was sind klassische Führungsinstrumente?

Eines der bekanntesten und am häufig angewendeten Führungsinstrumente ist das Mitarbeiter-/Feedbackgespräch.

Darüber hinaus zählen zu den klassischen Führungsinstrumenten alle Hilfsmittel, die es der Führungskraft ermöglichen ihren Arbeitsalltag zu bewältigen. Hierzu gehören Modelle & Konzepte aus dem Zeit- und Selbstmanagement (z.B. ALPEN-Methode), zur Personalauswahl (Persönlichkeitstests) und -entwicklung (Weiterbildungen) sowie zur Entscheidungsfindung (Eisenhower-Modell).

Welche 4 Führungsstile gibt es?

Es gibt unterschiedlich viele Führungsstile. Die 4 bekanntesten sind:

  • autoritärer Führungsstil
  • demokratischer Führungsstil
  • kooperativer Führungsstil
  • partizipativer Führungsstil

Wichtig ist, zu wissen, dass es nicht DEN EINEN richtigen oder BESTEN Führungsstil gibt. Es ist sinnvoll als Führungskraft einen Mix an Führungsstilen einzusetzen und diese je nach Situation oder aber auch den Erwartungen / Anforderungen des Mitarbeitenden einzusetzen.

Ihre nächsten Schritte:

Schritt 1: Machen Sie sich mit dem Thema Führung und Ihrem Führungsverhalten vertraut. 

Wir bieten Ihnen ein kostenloses Workbook zum Thema "Erfolgreich führen". In diesem erhalten Sie einen Überblick zum Thema Führung und Lern-Fragen, die als Impulse zur Selbstreflexion dienen, sodass Sie Ihr Führungsverhalten besser verstehen.

Empfehlung: Kostenloses Workbook "Erfolgreich führen & Lern-Fragen" & Leadership-Call

-> Download Workbook

-> Termin Leadership-Call

Schritt 2: Vertiefen Sie Ihr Wissen zum Thema Führung und finden Sie heraus, welche Maßnahmen Sie unterstützten, erfolgreich zu führen.

Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit unserem Online-Lernkurs "Erfolgreich führen". In Video-Modulen lernen Sie, was Führung heute bedeutet und wie verschiedene Führungsstile Ihnen bei der täglichen Arbeit weiterhelfen.

Empfehlung: Online-Lernkurs "Erfolgreich führen". Lernvideos, Übungsmaterial

-> Anmelden zum Online-Lernkurs

Schritt 3: Entwickeln und verbessern Sie Ihre Führungskompetenz. 

Sie sind Führungskraft und wollen Ihre Kompetenzen verbessern? Sie müssen plötzlich Führungsverantwortung übernehmen? In unserer Ausbildung "Agile Führung" lernen Sie die Komplexität von Führung verstehen und meistern.

Empfehlung: Ausbildung "Agile Führung". Dauer ca. 6 Monate, ca. 80 Stunden Lerninhalt, Präsenztage, Live-Calls, Ausbildungsmaterial und gemeinsames Lernen in Arbeits- und Peer-Gruppen.

-> Anmelden zur Ausbildung "Agile Führung"

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Wirtschaftspsychologe, Strategie- und Organisationsberater, Qualitätsmanager

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Immanuel Kant

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