So eng hängen Qualitätsmanagement und Unternehmenskultur zusammen

Qualitätsmanagement und Unternehmenskultur – beide Begriffe sind in der Wirtschaft und der Arbeitswelt derzeit in aller Munde. Beide Begriffe sind sperrig und die meisten von Ihnen werden um diese Begriffe vermutlich einen weiten Bogen machen.

Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen aufzeigen wie eng diese beiden Themen Qualitätsmanagement und Unternehmenskultur miteinander verbunden sind, UND viel wichtiger warum gerade diese beiden Begriffe und Themen sie in Ihrem alltäglichen Berufsalltag voranbringen werden. Egal, ob sie Unternehmer, Führungs- oder eine Fachkraft sind.

 

Früchte ernten ist das oberste Ziel

 

Stellen Sie sich einen über die Jahre gewachsenen Apfelbaum vor. Dieser hat einen fest im Boden verankerten und starken Stamm. Das Astwerk ist voll und dicht. Doch das allerwichtigste ist, der Apfelbaum trägt dicke, fette und vor alle reife Früchte – saftige Äpfel, die bereit sind geerntet zu werden. Das ist der Traum eines jeden Obstbauers.

Damit ein Apfelbaum gesunde und reife Früchte vorbringen kann ist es wichtig, dass die Wurzel gesund ist. Die Wurzel befindet sich in der Erde und ist somit für uns nicht sichtbar. Erst wenn es zu spät ist bemerken wir meistens, dass der Baum erkrankt ist. Nämlich dann, wenn der Baum keine Früchte mehr liefert. So verhält es sich auch mit der Unternehmenskultur…

 

Unternehmenskultur als Wurzel ihres Erfolgs

 

Ertragszahlen gehen zurück, mehr und mehr fähige Mitarbeiter verlassen das Unternehmen oder aber das Unternehmen steckt in ernsten Schwierigkeiten aufgrund einer Krise oder aber weil es eine entscheidende Entwicklung am Markt verpasst hat. In den meisten Fällen werden dann schnell ein paar kosmetische Maßnahmen in Gang gebracht. Diese Maßnahmen sind rein aus dem Affekt, aus der Emotion, heraus getätigt und bringen oftmals keine Besserung. Um bei dem Bild unseres Apfelbaums zu bleiben, es wird ein bisschen an der Baumkrone herumgeschnippelt um zunächst einmal das Kranken des Baumes zu kaschieren.

 

Wie bekomme ich einen Einblick in das was ich „eigentlich“ nicht sehen kann?

 

Bevor ich diese Frage beantworte möchte ich zunächst darauf eingehen wie wir als Unternehmen den Begriff Unternehmenskultur definieren. Eine Unternehmenskultur zu besitzen bedeutet, dass alle Beteiligten im Berufs-/Unternehmensalltag leben können, was ihnen als Menschen wichtig ist. Hierbei geht es um die Wertschätzung und das Eingehen auf die unterschiedlichen Werte und Normen aller Beteiligten. Das ist der Unternehmenswert der sich nicht einfach an harten Kennzahlen messen lässt und am Ende den Unterschied ausmacht.

Um herauszufinden was meinen Mitmenschen – Mitarbeitern, Kollegen und Partnern – wichtig ist, muss ich mich mit diesen auseinander-setzen. Hierbei stellt die Untersuchung der Unternehmenskultur den ersten Schritt in einem Veränderungsprozess dar. Dieser beginnt immer zuerst bei einem Selbst und damit, sich zu reflektieren.

 

Achte auf deine Gedanken. Sie sind der Anfang deiner Taten.

 

Chinesische Weisheit

 

Indem die Zusammenhänge zwischen dem Einzelnen und dem Unternehmen analysiert werden, werden gleichzeitig die Sichtweisen erweitert. Verborgene Handlungs- und Denkmuster werden erkannt, dargelegt, erklärt und verstanden. Das Ergebnis ist ein Bild auf die tatsächlich im Unternehmen gelebte Kultur. Dabei richtet sich der Fokus vorrangig auf die unterschiedlichen im Unternehmen herrschenden Ansichten. Mit anderen Worten, Sie bekommen einen Einblick darin warum ihr Unternehmen so funktioniert wie es funktioniert. Sie gehen an die Wurzel.

 

Was ist Qualitätsmanagement?

 

So weit, so gut. Doch wo besteht nun die Verbindung zum Qualitätsmanagement? Das Qualitätsmanagement spielt in jedem Unternehmen eine wichtige und entscheidende Rolle. In allererster Linie hat das Qualitätsmanagement in jedem Unternehmen das Ziel Prozesse und Abläufe effektiver bzw. effizienter zu gestalten und somit den Unternehmenserfolg zu stärken.

Aufbauend auf diesem Prozessgedanken ist ein vierstufiger Lern- bzw. Verbesserungsprozess (PDCA-Zyklus) entwickelt worden. Im Rahmen dieses Prozesses geht es hauptsächlich darum die im Unternehmen vorherrschenden Situation im Hinblick auf Prozesse und Abläufe zu erfassen.

 

Zu den jeweiligen Phasen können folgende Handlungen zugeordnet werden:

Phasen 1 + 2: Act und Plan = Beobachten und Orientieren

Phasen 3 + 4: Do und Check = Entscheiden und Handeln

 

Der Qualitätsmanagementprozess: weiterentwickelt und angepasst

 

Ausgehend von unserer Unternehmensphilosophie und Sichtweise auf Unternehmen ist dieser Prozess unserer Meinung nach nicht vollständig bzw. funktioniert so nicht. Wir sind der Auffassung, dass Unternehmen nach denselben Gesetzmäßigkeiten wie Menschen funktionieren. Denn es sind erst die Menschen, die die Unternehmen mit ihren Handlungen und Tätigkeiten mit Leben erfüllen. Demnach haben Unternehmen eine Seele und sind dynamische Gebilde. Durch neue Erfahrungen und Entwicklungen werden stetig Lernprozesse ausgelöst.

Mit dem PDCA-Zyklus als Basis und dem Wissen, dass ein Lern- und Veränderungsprozess immer bei einem selbst beginnt haben wir als ersten Schritt eine Analysephase in den Prozess eingefügt (siehe Abbildung 1).

Im Rahmen einer Unternehmenskulturanalyse wird der tatsächlich gelebte Alltag im Unternehmen analysiert dargelegt und erklärt. Mit einem Bild einer tatsächlich im Unternehmen gelebten Unternehmenskultur als Grundlage werden darauf aufbauend gemeinsame Unternehmensstrategien bis hin zu konkreten Maßnahmen für einzelne Geschäftsbereiche und Abteilungen oder Teams erarbeitet und deren Umsetzung begleitet und unterstützt. Ab hier greift dann der klassische Qualitätsmanagementprozess.

 

Qualitätsmanagement: Der Stamm, welcher ihren Erfolg trägt

 

Um nun erneut zu unserem Ausgangsbild, dem früchtetragenden Apfelbaum, zurückzukommen.

Die Unternehmenskultur bildet als Wurzel die Grundlage für jeglichen Unternehmenserfolg. Sie ist das, was niemand direkt sehen kann und dennoch Ausdruck dessen was jeder in welcher Beziehung auch immer er zum Unternehmen steht – Mitarbeiter, Partner, Kunde – spüren und somit wahrnehmen kann. Es geht um die unterschiedlichen un-be-wussten Denk- und Handlungsmuster aller im Unternehmen Beteiligten. Hierbei steht der jeweilige Unternehmensalltag im Fokus aller Beobachtungen und Betrachtungen um ein Bild einer im Unternehmen tatsächlich gelebten Kultur aufdecken zu können.

Das Qualitätsmanagement bildet den Stamm und somit die Verbindung die Erkenntnisse aus einer Unternehmenskulturuntersuchung in Ihren Unternehmensalltag zu integrieren und konkrete Maßnahmen daraus abzuleiten. Denn im Endeffekt ist die beste Analyse nichts wert, wenn mit den Ergebnissen daraus nicht gearbeitet wird.

Aus diesem Grund ist ein enges Zusammenspiel aus Unternehmenskultur und Qualitätsmanagement notwendig. Bei der Unternehmenskultur handelt es sich vielmehr um ein übergeordnetes Bild vom Unternehmensalltag. Das Qualitätsmanagement mit seiner Fokussierung auf Prozesse und Abläufe – als auch Strukturen – ist dafür zuständig, dass der begonnene Prozess nicht einschläft, sondern eine ständige Dynamik hat.

 

Die Erntezeit kommt von ganz alleine

 

Am Ende steht eine früchtetragende Baumkrone und der damit einhergehende Ernteerfolg stellt sich von ganz alleine ein.

Zu schön, um wahr zu sein?!

 

Nein, denn dieser Erfolg kann sich wie folgt auszeichnen:

  • mittel- und langfristige Positionierung am Markt und Stärkung dieser Position aufgrund einer klaren Zielgruppenansprache und Unternehmensausrichtung (extern)
  • nachhaltige Konsolidierung des Unternehmens aufgrund eines gemeinsamen Verständnisses vom Unternehmensbild und den damit einhergehenden Prozessen, Abläufen und Strukturen (intern)
  • zufriedene Mitarbeiter und eine geringe Fluktuation kompetenter Fach- und Führungskräfte aufgrund einer gezielten Motivansprache
  • ebenso ist eine Gewinnung kompetenter Fach- und Führungskräfte aufgrund einer klaren Unternehmensausrichtung und Motivansprache möglich.

 

Mit der ehrlichen Auseinandersetzung zu den Themen Unternehmenskultur und Qualitätsmanagement ist es möglich, dass alle Beteiligten im Unternehmen ein klares Verständnis vom Bild des Unternehmens und seinen Abläufen und Prozessen bekommen.

Wichtig und entscheidend ist, dass diese erste Prozessphase immer wieder neu gestartet wird – durch eine Analysephase – um neue Anreize und Impulse für eine ständige Weiterentwicklung des Unternehmens bzw. für die persönliche Weiterentwicklung zu setzen.

Denn wie schon Arthur Schopenhauer richtig erkannt hat, Unternehmen sind dynamische Gebilde, welche sich ständig verändern und anpassen müssen.

 

„Der Wechsel allein ist die Beständigkeit.“

 

Arthur Schopenhauer

Paul-Philipp Moritz
Paul-Philipp Moritz

Wirtschaftspsychologe, Strategie- und Organisationsberater, Qualitätsmanager

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Immanuel Kant

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