Kulturwandel im 21. Jahrhundert: Aufklärung meets New Work & Co.

Bereits in meiner Schulzeit, insbesondere im Geschichtsunterricht, hat mich der Gedanke der Aufklärung, so, wie ihn der deutsche Philosoph Immanuel Kant vor über 200 Jahren formuliert hat, bereits fasziniert. Schon damals hat mich der Fortschritt der Sicht- und Denkweise Kants imponiert.

Auch heute stoße ich in meiner beruflichen Laufbahn immer wieder auf diesen so einfachen wie auch revolutionären Gedanken: „Sapere Aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

 

Der Gedanke der Aufklärung

 

Kant, geboren im Jahre 1724 im damaligen Königsberg hatte seine „Schaffens-Hochphase“ im Zeitraum von 1781 bis 1791 und ist vor allem bekannt geworden durch seine drei großen Kritiken (Kritik der reinen Vernunft, Kritik der praktischen Vernunft und Kritik der Urteilskraft). Im Zuge dieser Phase wird er zu einem der Vorreiter für eine intellektuelle Bewegung, welche unser Handeln und Schaffen bis heute maßgeblich beeinflusst.

 

Der Grundgedanke der Aufklärung nach Kant beschreibt den Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.

 

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist die Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

 

Ursachen unserer Unmündigkeit: Damals und Heute

 

Um den Gedanken der Aufklärung und seine Auswirkungen auf unser Handeln und Schaffen zu verstehen ist es sinnvoll sich die damalige industrielle und gesellschaftliche Entwicklung anzuschauen. Wir kommen aus einem düsteren Zeitalter bzw. Zeitaltern, wo dogmatische Menschenbilder dominieren und die Kirche einen enormen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben hat. Durch die industrielle als auch die amerikanische Revolution sowie das „Erhören“ der Wissenschaften werden die bestehenden Dogmen jedoch so langsam (nach und nach) aufgebrochen und das Menschenbild beginnt sich zu ändern.

 

Der Mensch wird nunmehr als vernünftig beschrieben und es wird davon ausgegangen, dass er sein Leben auch nach diesen Regeln der Vernunft ausrichtet. Darüber hinaus werden Vorurteile, welche sich über Jahrzehnte (teilweise Jahrhunderte) gehalten haben widerlegt und somit ungeprüfte Traditionen aus dem Weg geschafft.

 

An dieser Stelle lassen sich – aus meiner Sicht – viele Vergleiche zu unserer heutigen Zeit herstellen. Viele Wirtschaftsexperten und „Innovationstreiber“ sind sich einig, dass wir im nächsten Jahrzehnt mehr und tiefgreifende Veränderungen erleben und durchleben werden als wir es im letzten Jahrhundert erlebt haben. Davon sind alle gesellschaftlichen Bereiche und Ebenen betroffen und es geht um Themen wie z.B.

  • „Wie wird künstliche Intelligenz unseren Alltag verändern?“
  • „Welche Veränderungen erwarten uns im Rahmen der Energiewende?“
  • „Was für Auswirkungen wird die Blockchain auf Wirtschaften haben?“
  • „Welche Rolle(n) werden Roboter in Zukunft einnehmen?“

 

Was hat die „Aufklärung“ bewirkt? Einen Kulturwandel!

 

Das Zeitalter der Aufklärung, ist, wenn man so möchte, mit vielen „Vorschusslorbeeren“ ausgestattet und die Grundidee leuchtet einem jeden ein. Doch wenn man sich den weiteren Verlauf der Geschichte ansieht, mag sich der ein oder andere zurecht die Frage stellen „Wie kann es sein, dass nach diesem Zeitalter immer noch Tyranneien und Diktaturen entstehen und die Menschheitsgeschichte maßgeblich beeinflusst haben?“

 

Das ist wohl eine Frage, die niemand so richtig beantworten kann. Und daher möchte ich mich vielmehr dem widmen, was uns das Zeitalter der Aufklärung gebracht bzw. geschenkt hat.

 

Denn für mich ist auf jeden Fall eines klar. Dieses Zeitalter war der Startschuss dafür selbstbewusstere, kritischere und mündigere Bürger zu Wort kommen zu lassen. Der Mensch wurde ermuntert Kritik zu üben und in der gesamten Gesellschaft wurde, wenn man so möchte, erste Übungsversuche gestartet, geistige Freiheit und Toleranz sich gegenseitig auszuleben. Letztlich ging es darum, dass Leben selbst in die Hand nehmen und auf die Nützlichkeit (Sinnhaftigkeit) seiner Handlungen zu achten und somit selbstbestimmt, selbstverantwortlich und zufriedener zu leben.

 

Kulturwandel besteht nicht aus Mitarbeitermotivationsprogrammen

 

New Work, Agilität & Co. sind derzeit in aller Munde. Kein Unternehmen, was etwas auf sich hält, kommt in unserer heutigen Arbeits- und Geschäftswelt ohne einen „Change“ oder zahlreiche Programme zur Entwicklung und Verbesserung der eigenen Unternehmenskultur aus.

 

Der Grundgedanke geht in die richtige Richtung. Um effektiv und produktiv arbeiten zu können und im Idealfall seiner Passion (Leidenschaft) folgen zu können ist es wichtig und entscheidend, dass die Menschen, die in den Organisationen arbeiten sich auch als solche dort einbringen können – mit all‘ ihren Werten, Potenzialen aber auch Schwächen und „Macken“.

 

Doch gleichzeitig muss auch berücksichtigt werden, dass die jeweilige Organisation (im besten Fall) einem übergeordneten Zweck folgt und sich das Handeln der gesamten Organisation und somit Mitarbeitenden an diesem Zweck ausrichtet. Meiner Meinung nach geht es nur „im Miteinander“ und durch einen Annäherungsprozess dieser beiden Systeme. Der Fokus auf Mitarbeitermotivationsprogramme, welcher in den letzten Jahren schon fast haarsträubende Züge angenommen hat, ist schlichtweg falsch.

 

Kulturwandel in unserer „modernen“ Arbeits- und Geschäftswelt: So funktioniert‘s

 

„Einige der wichtigsten Innovationen entstehen nicht durch neue Technologien, sondern durch andere Arten zusammenzuarbeiten und Arbeit zu organisieren.“

– Tom Malone, MIT –

 

Als Organisation bzw. Führungskraft kann ich nichts und niemanden motivieren, außer mich selbst. Was ich jedoch tun kann ist ein Motiv geben und warum es erstrebenswert ist sich der Organisation anzuschließen und meinen Beitrag für die Erfüllung (Erbringung) der von mir geforderten Aufgaben zu leisten.

 

In unserer Arbeit wird immer wieder deutlich wie viel Nachholbedarf in der Wirtschaft an Strategiearbeit besteht. Oftmals sind große Visionen und Missionen mit dazugehörigen Wertekompassen als Manifeste ausformuliert. Leider verstauben diese immer weniger in den Aktenschränken, dafür allerdings auf den Servern oder als leblose Ausdrucke in den Betriebs- und Pausenräumen.

 

Aus unserer Erfahrung können wir berichten, dass die Entwicklung von Unternehmensstrategien, wenn man es richtig angeht, vielerlei positive Effekte mit sich bringt. Wir haben es im letzten Jahr am eigenen Leib erfahren und uns auch auf den Weg gemacht.

 

Die wichtigste Erkenntnis hierbei für mich ist, dass es ohne externe Unterstützung und einen Wegbegleiter auf Augenhöhe nicht funktioniert. Viele Organisationen und auch deren Mitarbeitenden definieren es als eigene Schwäche, wenn ein „Berater von außen“ dazu geholt wird, um den zukünftigen Weg gemeinsam klarer zu zeichnen. Für uns ist es ganz klar ein Zeichen der Stärke! Nur wer sich selbst und sein Tun kritisch und bis auf’s Letzte hinterfragt hat die Möglichkeit all‘ seine Stärken (und auch Schwächen) offenzulegen und somit seine Organisation so auszurichten, dass sie auch noch in 5 bis 10 Jahren zukunftsfähig ist.

 

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PS: Und wenn Sie sich jetzt Fragen wie wir auf unseren Titel für diesen Beitrag gekommen sind, dann empfehlen wir Ihnen sich den Beitrag „Was ist Aufklärung“ durchzulesen. Entscheiden Sie selbst.

 

 

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